„Ruslan“ ist bis Mai zu bewundern

Neue Presse vom 10.02.2010
Von Christoph Scheppe
Coburg - Ein lang gehegter Wunsch von Museumsleiter Werner Korn ist in Erfüllung gegangen. „Es war ein einmaliges Angebot, einen Sibirischen Tiger zu einem vernünftigen Preis zu bekommen“, sagte er bei der Vorstellung von „Ruslan“ am Dienstag. Dass das Naturkunde-Museum Coburg diese Chance nutzen konnte, sei das Verdienst der Förderer der Landesstiftung, dankte Korn Vorsitzendem Hans-Herbert Hartan und dessen Stellvertreter Uwe Knoch für die finanzielle Unterstützung.

„Ruslan“ war nie in freier Wildbahn, sondern wurde 1989 in der Berliner Zirkusunion geboren. Zwei Jahre später verstarb er, sein Fell erwarb die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die es 17 Jahre tiefgefroren aufhob. Im Jahr 2008 habe man ihm das „hervorragend präparierbare“ Fell für 1500 Euro angeboten, sprach Korn von einem „Schnäppchen“, denn Liebhaber zahlten dafür bis zu 14 000 US-Dollar.
Nach Rücksprache mit den Förderern der Landesstiftung wurde das Fell im vergangenen Jahr präpariert. Doch damit allein war es nicht getan, schließlich musste auch ein Korpus geformt werden, über den es gezogen werden konnte.

Ab sofort ist mit „Ruslan“ bis Ende Mai ein zwar noch nicht ausgewachsenes, aber sehr imposantes männliches Jungtier-Exemplar des Sibirischen Tigers - auch Armur-Tiger genannt - im Naturkunde-Museum zu sehen. Diese majestätisch muskulösen und bis zu vier Meter langen Raubkatzen können bis zu 300 Kilogramm schwer werden. „Schätzungen gehen von 450 lebenden Explaren aus“, so Museumspädagogin Johanna Prinz und verwies darauf, dass während der „Ruslan“-Präsentation das vom Leipziger Zoo geführte Zuchtbuch für Sibirische Tiger sowie Hinweise auf die Schutzbemühungen gezeigt werden.

„Es war ein gutes Angebot. Weil die Mittel für den Eigenerwerb durch das Museum begrenzt sind, haben wir gerne geholfen“, freuten sich Hans-Herbert Hartan und Uwe Knoch über die Neuanschaffung. Besonders begeistert zeigte sich der Förderer-Vorsitzende gestern von der „hervorragenden Qualität des makellosen Fells“. Wie hoch der Anteil an den Gesamtkosten von 10 000 Euro sei, werde er bei der Förderer-Hauptversammlung mitteilen, sagte Hartan. „Es ist ein durchaus ansehnlicher Betrag.“
Tiger
Majestätisch: Mit „Ruslan“ verfügt das Naturkunde-Museum jetzt über einen Sibrischen Tiger. „Ein stattliches Exemplar“, so Hans-Herbert Hartan (links) und Uwe Knoch von den Förderern der Landesstiftung.
Bild: Christoph Scheppe