11. März bis 30. September 2018

J.C.M Reinecke: Des Urmeeres Nautili - 200 Jahre Ammonitenforschung in Coburg

Zu den bekanntesten Ammoniten der Jurazeit (Erdmittelalter) gehört die Gattung Reineckeia. Der französische Geologe Claude-Emile Bayle wählte den Namen, um damit den Coburger Naturforscher und Universalgelehrten Johann Christoph Matthias Reinecke (1768-1818) zu ehren. In einem Buch hatte er 40 verschiedene Jura-Ammoniten wissenschaftlich beschrieben und eine frühe Evolutionstheorie entwickelt. Dieses Buch erschien im Jahr 1818, also vor genau 200 Jahren. Das Jubiläum nimmt das Naturkunde-Museum Coburg zum Anlass, in Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Coburg die Herausgabe von Reineckes Werk, dessen Titel – in die deutsche Sprache übersetzt – „Des Urmeeres Nautili und Argonautae, auch Ammonshörner genannt, aus dem Gebiet von Coburg und Umgebung“ lautet, in einer Sonderausstellung zu würdigen.

 

Reinecke war ein Multitalent und ist wissenschaftsgeschichtlich gesehen in vielerlei Hinsicht interessant: Zum einen war er zusammen mit Baron Friedrich von Schlotheim aus Gotha einer der ersten deutschen Naturforscher, die Ammoniten mit Gattungs- und Artnamen beschrieben. Damit gehört Reinecke einerseits zu den Wegbereitern der durch Carl von Linné eingeführten Biologischen Systematik, andererseits liefert er eine wichtige Originalquelle für die Schichtenkunde (Stratigraphie) des Jura-Systems. Bei der Interpretation seiner Fossilien gelangte Reinecke zu Erkenntnissen, die ihrer Zeit weit voraus waren. So formulierte eine Art Selektionstheorie, womit er – vier Jahrzehnte bevor Charles Darwins Buch „Über die Entstehung der Arten […]“ erschien – ein wichtiger Vertreter früher Evolutionstheorien in Deutschland ist.

 

Die Sonderausstellung widmet sich nicht nur Leben und Werk Reineckes, sondern stellt seine Ansichten dem heutigen Stand der Forschung gegenüber und zeigt auch eine Rekonstruktion des Naturalienkabinetts von Herzog Franz Friedrich Anton Sachsen-Coburg-Saalfeld Naturalienkabinett.

 

Ergänzend zur Ausstelllung gibt es passende Führungen für verschiedene Altersstufen.

Für Kindergarten- und Grundschulkinder erklärt die Biologin Nora Meixner als „Meereskönigin Ammonita“ in einer 30-minütigen Führung Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Ammoniten und Nautili. Ammonita und ihr zahmer Nautilus erzählen Geschichten vom Überleben dieser geheimnisvollen und ungewöhnlichen Lebewesen. Auch von einem bekannter Ammoniten-Forscher, der in Coburg zu Hause war, wird erzählt. Eine kleine Bastelei rundet dieses „Theaterprogramm der besonderen Art“ ab.
Freitags um 15.00 Uhr, ist diese Führung für Familien kostenlos und eine Anmeldung ist nicht notwendig. Termine dafür sind: 13.04., 20.04., 27.04., 04.05., 18.05., 08.06., 15.06., 22.06., 29.06., 06.07., 13.07., 20.07., 27.07., 14.09., 21.09., 28.09.2018.

Die 30-minütige Führung "Auf den Spuren Reineckes" mit Dipl. Biol. Iris Oelmann ist für weiterführende Schulen ab der 5. Klasse geeignet. Sie beschäftigt sich mit der Entdeckung der Fossilisation und der Bedeutung der Stratigrafie für Geologie und Paläontologie.

Für Interessierte und leidenschaftliche Reinecke-Fans präsentiert Dr. Eckardt Mönnig seine aktuellen Forschungsergebnisse zur Forschung an Jura-Ammoniten in Vergangenheit und Gegenwart. Diese Forschungsergebnisse vertiefen unser Verständnis der Wissenschaftsgeschichte in Coburg und sind teilweise in die Ausstellung eingeflossen.

Bei einer Buchung kosten die Führung für maximal 15 Teilnehmer, 15 Euro je halbe Stunde Führung.