Museumspädagogik

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im
Naturkunde-Museum Coburg


Mit zunehmender Sorge beobachten wir die Folgen der Globalisierung und die immensen Umweltprobleme, die unsere Erde belasten. Obwohl das Umweltbewusstsein gestiegen ist, sind wir nicht bereit, unseren Lebensstandard einzuschränken. Das wäre aber nötig, um die Welt für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert zu erhalten. Wir müssen lernen, nachhaltig zu denken und zu handeln. Die Vereinten Nationen haben deshalb die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ausgerufen (2005 – 2014). Dieses Bildungskonzept trägt nachhaltiges Denken und Handeln in die Schulen, aber auch in andere Bildungseinrichtungen wie die Naturkunde-Museen.

Bereits das Herzogliche Naturaliencabinet war eine Bildungsstätte und auch heute noch hat die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Themen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Ein geraffter Lehrplan und die Fokussierung auf andere Sachgebiete lassen jedoch befürchten, dass es zunehmend an grundlegendem Naturverständnis fehlen wird. Um auch zukünftig Bildungsmöglichkeiten als Grundlage für verantwortungsvolles Handeln zu gewährleisten, schließt sich das Naturkunde-Museum Coburg dem normativen Konzept der BNE an.

Die tragende Säule der BNE ist die Umweltbildung. Sie entwickelte sich in den 1970er Jahren und konzentrierte sich anfänglich auf Bedrohungs- und Elendsszenarien wie der Schilderung von Umweltkatastrophen. Dieser Ansatz bewirkte aber eher das Gegenteil von dem, was man erreichen wollte und führte zu Hilflosigkeit und Lähmung. Eine Neuorientierung war notwendig. Heute praktiziert man eine positive Vermittlung von Wissen, Einstellungen und Erfahrungen.

Um die globalen Nachhaltigkeitsziele wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Gesundheitsförderung zu verstehen, brauchen wir Grundlagenwissen, etwa die Kenntnis von Tier- und Pflanzenarten, das Wissen um die Geschichte der Erde und die Erkenntnis um die Endlichkeit unserer mineralischen Ressourcen.

Ein wichtiger Aspekt der Umweltbildung ist die Gestaltungskompetenz. Die heranwachsenden Menschen sollen in der Lage sein, selbständig Problemlösungen zu finden und danach zu handeln. Zentrale Themen sind die Schönheit der Natur, die Natur als Erlebnisraum, die Sicherung der Lebensgrundlagen und eine globale Verantwortung.

Ein immer größer werdendes Problem ist unser verklärtes Naturbild. Dieses als Bambi-Syndrom bezeichnete Phänomen beruht auf fehlenden Erlebnissen im Freien. Deshalb muss die Natur wieder mit allen Sinnen entdeckt werden, denn nur was wir kennen, können wir schützen und nutzen.

Umweltbildung betreiben die örtlichen Naturschutzverbände, das Grünflächenamt, die VHS oder die Forstbehörden. Ein weiterer wichtiger Baustein im Netzwerk Umweltbildung entsteht mit der geplanten Umweltstation am Goldbergsee. Die wichtigste naturkundliche Bildungsstätte in Coburg bleibt jedoch das Naturkunde-Museum. In diesem Sinne möchten wir Sie einladen, unsere vielfältigen Angebote zu nutzen.

Dr. Eckhard Mönnig
stellvertr. Museumsleiter


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Bildung für nachhaltige Entwicklung
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