
Das heute als „Naturkunde-Museum Coburg“ bekannte Haus hat seinen Ursprung in der Sammeltätigkeit von Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750-1806). Seine Enkel Ernst II. (1818-1893) und Albert (1819-1861), gleichermaßen inspiriert von der Sammelleidenschaft ihres Großvaters und der Akribie ihres Vaters Ernst I. (1784-1844), wendeten viel Zeit, Mühe und finanzielle Mittel auf, um ihre Sammlungen stetig zu erweitern. Eine derartig umfangreiche und vor allem wachsende Sammlung verdient es, ausgestellt und so der Bevölkerung zugänglich gemacht zu werden. Dies verstanden die Brüder früh und gründeten im Jahr 1844 das „Herzogliche Kunst- und Naturaliencabinet“, bereits im Sinn eines modernen Museums, und förderten seinen Ausbau zeitlebens. In der Folgezeit mussten die stetig an Umfang zunehmenden Sammlungen mehrfach die Räumlichkeiten wechseln. So waren sie von 1863 bis 1913 auf der Veste Coburg untergebracht. Schließlich veranlasste Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (1884-1958) im Jahr 1912 den Bau eines neuen Gebäudes am Rand des Hofgartens. Es wurde als „Naturwissenschaftliches Museum“ am 19. Mai 1914 eingeweiht.
In den 1990er Jahren wurde der denkmalgeschützte Altbau um einen Anbau mit im Keller untergebrachten Sammlungsdepots erweitert. Dies vergrößerte die Nutzfläche für Sammlungen und Ausstellungen auf 4800 m². Damit ist das Coburger Naturkundemuseum das größte seiner Art in Nordbayern und zählt zu den zwanzig größten in Deutschland.
Die Sammlungen verfügen heute über mehrere hunderttausend Objekte, die nicht nur aus Franken und Thüringen, sondern auch aus verschiedensten Regionen der Erde stammen. Davon kann selbstverständlich nur ein geringer Teil in den Ausstellungen präsentiert werden. Um darüber hinaus wenigstens einige Objekte sichtbar zu machen, wurde den Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold Zugang zu den Sammlungsdepots gewährt, verbunden mit der Bitte, Objekte aus den verschiedenen Sammlungsteilen fotografisch zu dokumentieren. In mit Zuneigung, Humor und Hintersinn inszenierten Bildern betrachten die Sammlungsfotografen dabei ausgesuchte Objekte aus Geowissenschaften, Ur- und Frühgeschichte und Ethnographie, die als Hommage an die auch in Coburg seit Jahrhunderten bestehende und bis heute lebendige Tradition des Sammelns und Bewahrens zu verstehen sind.
Entstanden ist ein 100 Seiten umfassender Bildband, der einen Blick hinter die Kulissen des Naturkunde-Museums Coburg – in die „verborgenen Welten“ – ermöglicht. Finanziert wurde er durch Haushaltsmittel der Coburger Landesstiftung sowie mit Mitteln der Niederfüllbacher Stiftung sowie der Förderer der Coburger Landesstiftung.
Das Buch „Verborgene Welten – Fotografische Entdeckungen in den Sammlungen des Naturkunde-Museums Coburg“ ist zum Preis von € 17,50 im Museumsshop und bei der Buchhandlung Riemann zu erwerben.
Foto: NMC