Terminkalender

Sie regen Dichter und Ingenieure an, begeistern Naturfreunde und erobern die Herzen von Kindern. Libellen sind nicht nur wegen ihrer oft schillernden Farben wahre Juwelen in der heimischen Natur. Die meisten Menschen kennen Libellen als Flugakrobaten an Bächen und Teichen. Dabei dient die ganze Pracht der Libellen über der Wasseroberfläche eigentlich „nur“ der Fortpflanzung. Die größte Lebensspanne spielt sich im Verborgenen ab: Eingegraben im Sediment oder geschützt zwischen Wasserpflanzen macht die unscheinbar gefärbte Larve Jagd auf Mückenlarven, Kaulquappen und andere Wassertiere. Nach einigen Monaten oder mehreren Jahren – je nach Art – klettert die Larve aus dem Wasser und schlüpft als geflügeltes Wesen aus ihrer letzten Larvenhülle.
Auf den ersten Blick sollten Libellen als „Sonnenanbeter“ von der globalen Erwärmung profitieren. Und tatsächlich breiten sich bereits seit den 1990er Jahren wärmeliebend Arten, wie die auffällige Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) immer weiter nach Norden aus. Gleichzeitig verschwinden jedoch nordische Arten wie die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum). Bedroht sind Libellen aber auch, weil geeignete Lebensräume in unserer Landschaft immer seltener werden. Naturnahe Flusstäler wurden verbaut, die Landschaft durch Straßen und Siedlungen zerschnitten, Bäche verrohrt oder kanalisiert, Moore werden immer noch entwässert und Gewässer mit Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft überfrachtet.
Die Ausstellung „Libellen: Geflügelte Juwelen“, die gemeinsam von der Kreisgruppe Coburg des Bund Naturschutz und dem Naturkunde-Museum Coburg präsentiert wird, soll Lust machen, sich näher mit diesen faszinierenden Insekten zu beschäftigen.
Foto: Wolfgang Weiß (BN)